Fr, 27.05.2022
18:00 - 19:30
"Dahoam informiert" mit MdL Susann Enders zum Thema "Gesundheit und Pflege"
Ort: Gasthaus Seidlbräu, Mainburg

Infoabend der Freien Wähler zum Thema Pflege und Gesundheit

MdL und gesundheitspolitische Sprecherin der Freien Wähler Susan Enders informiert

Erneut luden die Freien Wähler zu ihrer Informationsveranstaltungsreihe „Dahoam informiert“ ein. Dieses Mal konnten die Besucher im Gasthof Seidlbräu zum aktuellen und wichtigen Thema Gesundheits- und Pflegepolitik willkommen geheißen werden. Dazu konnten sie FREIE WÄHLER MdL Susann Enders, Generalsekretärin und gesundheitspolitische Sprecherin gewinnen, die nach ihrem Vortrag für Diskussion und Fragen zur Verfügung stand.

Nach der Begrüßung durch den FREIE WÄHLER Ortsvorsitzenden Helmut Fichtner sprach auch seine Stellvertreterin Kerstin Haimerl-Kunze ein paar einleitende Worte zu dem Thema. Sie brachte an, dass Gesundheit und Pflege bereits im Landtagswahlprogramm von 2018 ein Thema war und schon damals der Fachpflegemangel moniert wurde. Ebenso sprach sie die schlechte Fach- und Landarztversorgung an und sagte, dass jetzt ein strukturelles Umdenken angestrebt werden muss und dabei die Professionalisierung in der Pflegeausbildung ein wichtiger Punkt ist. Außerdem sprach sie die Digitalisierung im Pflegeberuf an und betonte in diesem Zusammenhang, dass es sich hierbei dann aber nicht um ein Ersetzen von Pflegepersonal handelte, sondern die Arbeit dadurch professioneller wird.

Auf die einleitenden Sätze ging die Referentin direkt ein und sprach die Situation der pflegenden Angehörigen an, die im System nicht bedacht sind. 4/5 aller zu pflegenden Menschen werden von ihren Angehörigen zu Hause gepflegt, wobei hier der Frauenanteil erheblich ist. Dies wird in unserem Sozialstaat als selbstverständlich angesehen, jedoch wird sich um diese Personen, die pflegen, im Umkehrschluss nicht gekümmert. Sie üben einen 24/7-Job aus, werden dafür nicht entlohnt. Dann erhält man nur die Mindestrente, die der Arbeit der häuslichen Pflege nicht gerecht wird. Hier muss die Politik eine gesetzmäßige Verankerung durch Rentenpunkte einführen.

Genau das fordern die FREIEN WÄHLER und hoffen auf baldige Umsetzung. Jedoch gehen diese Gesetze vom Bund aus und entstehen nicht auf Landesebene.

Enders spricht vom Spagat zwischen Familie, Beruf und Pflege und kommt dann auf die mangelnde Wertschätzung im Beruf. Man muss dieser Berufsgruppe mehr Achtung schenken, denn Ihnen wird höchste Konzentration und Professionalität abverlangt, jeder Fehler kann ein Menschenleben kosten. Hier spricht die Referentin auch an, dass es in der Pflege oft noch keinen eigenen Tarifvertrag gibt und man in vielen Einrichtungen knapp über dem Mindestlohn arbeitet. Darüber hinaus spricht Susann Enders von der notwendigen Installierung einer unabhängigen Pflegekammer. Jede Pflegekraft braucht eine Stimme, die gehört wird und das soll dadurch ermöglicht werden.

Anschließend ging es um die Ausbildung der Pflegekräfte, welche momentan stark im Sinne der Akademisierung der Pflegeprozesse stehen muss. Enders geht auch auf die Pflegehilfskräfte ein, welche unglaublich wichtig sind, aber nicht die nötige Qualifizierung vorweisen können, um bestimmte Arbeiten erfüllen zu können.

Danach ging Enders noch auf die Situation der kommunalen Krankenhäuser ein und sagte, dass sie dankbar für jedes Einzelne ist, das es noch gibt. Sie wisse um die Problematik, dass immer mehr Krankenhäuser schließen müssen und erklärt, dass unter anderem die vielen Krankenhausstrukturgesetze der letzten Jahre vielen Einrichtungen das Überleben erschwert haben. Dazu kommen die Kosten, die bei Behandlungen und Anwendungen entstehen. Dabei kritisierte sie auch das DRG-System, welches ebenfalls für die finanzielle Schieflage in den kommunalen Einrichtungen verantwortlich ist.

„Alles was wir heute verbessern, das wird uns allen, mit den Jahren zu Gute kommen.

Menschenwürdig muss es wieder werden, für Pflegende und für unsere Patienten.“

Im Anschluss folgte eine rege Frage- und Diskussionsrunde mit Susan Enders, den anwesenden Kommunalpolitikern, sowie dem FREIE WÄHLER Kreisvorsitzenden Christian Nerb.

Dabei wurde über die aktuelle Situation des Mainburger Krankenhauses informiert, über Stellenschlüssel gesprochen und allgemein auf die Abrechnungspolitik in dieser Branche eingegangen.